Alarmierende Nachrichten aus Syrien. Pater Pizzaballa, Kustos des Heiligen Landes: „Wir kommen allen zu Hilfe, auch denen, die die Hoffnung verloren haben.“

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Dschihadistische  Al Nusra-Milizen und Salafiten haben Mitte Dezember das christliche Dorf Kanyeh in Syrien besetzt. Unter Androhung der sofortigen Todesstrafe zwingen sie die Bevölkerung dazu, der Scharia zu gehorchen, und die Frauen müssen den islamischen Schleier anlegen.

Ein Einwohner des Ortes hat über den emeritierten Erzbischof von Aleppo, Monsignore Giuseppe Nazzaro, Alarm geschlagen: „Wir fürchten, dass die christliche Bevölkerung zur Massenflucht gezwungen wird oder zur Konversion zum Islam, um nicht ermordet zu werden.“ Im Norden des Landes haben die Regierungstruppen die Kontrolle verloren, und anstelle der bürgerlichen Opposition zum Assad-Regime haben extremistische Kräfte die Oberhand gewonnen. Einige direkte Zeugnisse haben bestätigt, dass besonders radikale Gruppen das Gebiet mittlerweile vollständig kontrollieren und wie ein „Emirat“ regieren, in dem allen die Scharia aufgezwungen wird. Die Situation ist für die christliche Minderheit besonders gefährlich. Wer sich den Befehlen widersetzt, ist den Sanktionen der rigidesten muslimischen Normen ausgeliefert.

Das Ziel scheint klar zu sein: die christliche Bevölkerung zur Flucht zu zwingen. Dennoch bleiben die Franziskanerbrüder vor Ort, um „denen zu Hilfe zu eilen, die – wie es vor Kurzem der Kustos des Heiligen Landes formuliert hat – alles verloren haben, sogar ihre Hoffnung.“

Dank der Großzügigkeit vieler Personen haben wir in diesen zweieinhalb Jahren des Konflikts bereits viel gesammelt, doch leider reicht es nicht aus. Ihre Hilfe kann für die syrische Bevölkerung entscheidend sein.