Juni 2013

Beim Stöbern in alten Zeitschriften: Geschichte der Kustodie des Heiligen Landes ausgegraben

Die Arbeiten an der Salvatorbibliothek hat mit der Eröffnung der neuen Zentrale nicht aufgehört. Vielmehr ist dank ATS pro Terra Sancta damit begonnen worden, den Bücherschatz der Kustodie des Heiligen Landes als Teil des Projekts “Bücher – Brücken des Friedens” verfügbar zu machen.

Dieser Schatz umfasst nicht nur Bücher oder Handschriften, sondern auch eine Vielzahl von Zeitschriften und Zeitungen – sowohl die neuesten Ausgaben, um auf dem Laufenden zu bleiben, als auch vergilbte Ausgaben aus dem 19. Jahrhundert, mit denen sich ein Fenster in die Vergangenheit öffnet.

Nicola, ein Freiwilliger bei ATS pro Terra Sancta, hat drei Monate lang in der Bibliothek geholfen, indem er die Zeitschriftenabteilung ordnete. Diese Abteilung ist vielleicht nicht so großartig wie die Abteilung des Frühen Buchdrucks, aber das heißt nicht, dass es hier weniger interessant oder geistreich sei. Die Bibliothek besitzt über 500 Zeitschriftentitel aus unterschiedlichen Sachgebieten: Kirchenrecht, franziskanische Ordensgeschichte, Geisteswissenschaften, Geographie, Patristik, Missionsgeschichte, Theologie, Geschichte und so weiter. Insbesondere über das Heilige Land liegen zahlreiche Zeitschriften in verschiedenen Sprechen vor, so dass Nachrichten aus der Region in jeden Winkel der Welt verbreitet werden können.

Zwischen Kisten und Regalen stehend, erklärt Nicola: “Einerseits kann es ermüdend sein, Zeitschriften in arabischer, hebräischer, kyrillischer oder griechischer Schrift chronologisch zu ordnen, andererseits ist es eine wertvolle Erfahrung, die mir zu einem besseren Verständnis für den pluralistischen Charakter Jerusalems verhilft. Manchmal fällt es nicht leicht, der Versuchung zu widerstehen, in einer mehr als hundert Jahre alten Missionszeitschrift zu blättern, Fotographien von bärtigen Franzikanern und Beduinen in standbildhafter Pose zu betrachten oder sich über Werbeanzeigen des frühen 20. Jahrhunderts zu amüsieren.”

Milan Kundera schreibt in “Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins”: “Alles erstrahlt in einer Aura der Nostalgie.” Nicola kann das bestätigen, und er fügt hinzu: “Während meines Aufenthalts habe ich sicherlich viel von der Wirklichkeit und der Gegenwart geshehen. Aber ich war und ich bin auch glücklich, hier in der Bibliothek in die Tiefe graben zu können, in die Aura der Nostalgie, hinein in die jahrhundertealte Tradition der Kustodie. Das dürfen wir nie vergessen! Jerusalem ist schon herrlich, aber in diesem Licht mutet es noch schöner an.

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