August 2015

Charity Work Program in Bethlehem für 3 Studentinnen der Katholischen Universität Mailand

Als Claudia ins Heilige Land aufgebrochen ist, hat sie beschlossen, nicht Vorurteile und Erwartungen in ihren Koffer zu packen, sondern stattdessen das, was ihr vorgeschlagen wurde, offen aufzunehmen und sich erstaunen zu lassen. „Sich erstaunen zu lassen“ ist einer der zentralen Begriffe in der Erfahrung von Claudia, Sara und Viviana, drei jungen Frauen, die vom 18. Juli bis 8. August in Bethlehem für das Charity Work Program gearbeitet haben, ein Freiwilligenprogramm, das von der Katholischen Universität Mailand vorgeschlagen und vom Hochschulzentrum für internationale Solidarität unterstützt wird.

Das Charity Work Program hat das Ziel, in Schwellenländern auf der ganzen Welt und dieses Jahr erstmals auch im Heiligen Land internationale Entwicklungsprogramme zu fördern.

Die jungen Frauen haben sich für äußerst einfache Dienste zur Verfügung gestellt. Auch deshalb, weil „wir uns nicht vormachen wollten, besonders wichtig zu sein“, wie Sara sagt. „Im Gegenteil: es ist wichtig, dass die Leute hier mit ihren eigenen Kräften zurechtkommen.“ Die Ärmel hochzukrempeln, um die alltäglichen Mühen einer Kindergärtnerin zu mildern oder die einer Schwester, die im Altenheim kocht: das sind zweifellos einfache Gesten, die jedoch die konkreten Bedürfnisse der Personen tangieren.

Ein weiterer Schlüsselbegriff: Begegnung. Eine Überraschung für die jungen Frauen, die drei Wochen harter Arbeit erwartet hatten. Die Dienste, die Reisen und die Personen waren jedoch oft miteinander verflochten. „Wir haben Nablus und Sabastiya besucht, eine Oase in Palästina, wo wir dabei geholfen haben, die handgemachte Seife zu verpacken. Und unter der aufmerksamen Anleitung der jungen Frauen vom Nisf Jubeil Ceramic Center haben wir Keramik bemalt. Außerdem haben wir Hebron besucht, wo man die Schwierigkeiten eines Zusammenlebens von jüdischen Siedlern und Palästinensern auf engem Raum spüren kann. Jerusalem ist ein Straßenlabyrinth und ein Schnittpunkt von Kulturen und Religionen. In der Wüste haben wir in einem Beduinenzelt gegessen und das Tote Meer von oben bewundert.“

Viviana, die Politikwissenschaften studiert, hatte am Ende einen Koffer voll mit Kenntnissen, die sich in der Wirklichkeit konkretisiert haben. „Diese Reise war eine Möglichkeit, um das zu vertiefen, was ich bislang gelesen und studiert hatte, und um das kritisch aufzunehmen, was ich von den Personen, die ich in diesen drei Wochen getroffen habe, gehört habe.“

Unter den bedeutungsvollsten Begegnungen waren die mit Badil, der die palästinensische Besiedlung und die Rechte der Flüchtlinge studiert und die jüngere Geschichte von Palästina erklärt hat; mit Schwester Lucia, die seit zehn Jahren im Caritas Baby Hospital arbeitet und ein lebendiges Zeugnis ihres Glaubens gegeben hat; und mit den Schwestern von La Crèche, einem Waisenhaus, das die Herzen der jungen Frauen tief berührt hat. „Das Schöne an Bethlehem ist“, ergänzt Sara, „dass man auch dann, wenn man nur wenige Tage da ist, oft auf der Straße seine neuen Freunde trifft. Dies hat unsere Reise zu einer Erfahrung voll von Gesichtern und Geschichten gemacht.“

Bei ihrer Abreise nahmen die jungen Frauen somit neben den Erinnerungsstücken für ihre Freunde und Verwandten auch den Wunsch mit, diese Erfahrung fortführen zu können, die mit dem Rückflug noch nicht abgeschlossen ist.

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