Das Neueste aus Syrien: „Wir kehren nach Hause zurück; aber es ist noch nicht vorbei!“

„Wir haben gehört, dass die Kirche den Menschen Hilfe, Unterstützung und Ermutigung anbietet;  sie greift also ein, wenn es darum geht, ein zerstörtes Haus wieder aufzubauen, sie ist bereit, einem Vater bei der Jobsuche zu helfen, und sie übernimmt manche von den etwaigen Kosten. Oder sie ist noch bereit, ein Lebensmittelpaket im Rahmen der Ersten Hilfe zu spenden.“ Das sind die Stimmen einiger Christen aus Aleppo, Syrien. Während der letzten Monate haben sie sich endlich zur Heimkehr entschlossen, genau sechs Monate nachdem wir erfahren hatten, dass die Stadt endlich befreit wurde.

„18 Familien sind seit Anfang diesen Jahres zurückgekehrt “, erzählt uns Pater Ibrahim Alsabagh, der Gemeindepfarrer der franziskanischen Kirche in Aleppo „und wir wissen, dass einige anderen sich überlegen, ob sie zurückkommen sollen“. Das ist wirklich ein  großes Zeichen der Hoffnung für die hiesige Gemeinschaft, die zur Zeit erschöpft ist nach den vielen Schwierigkeiten, die sie durchlitten hat. Es ist auch ein ermutigendes Zeichen für die Franziskaner, die ohne Unterbrechung während der Kriegsjahre Seite an Seite mit der Bevölkerung in Syrien standen und dort noch weiter wirken. „Wir fühlen uns dadurch ermutigt weiterzumachen“ fährt Pater Ibrahim fort „und wir wollen noch mehr Gastfreundschaft anbieten“ .

In der Tat, obwohl die Stadt schon vor einiger Zeit befreit wurde, und  manche Aktivitäten schon wiederhergestellt wurden, ist die Angst noch weit verbreitet in Aleppo; Wasser und Strom fehlen von Zeit zu Zeit und die Lebenshaltungskosten steigen weiterhin. Der franziskanische Pater ist wirklich besorgt: “Es gibt in letzter Zeit viele Bombenanschläge in der Neustadt von Aleppo, und viele Menschen aus der Zivilbevölkerung sind durch Raketen getötet worden, die von bewaffneten Gruppen abgefeuert wurden. Sie feuerten die ganze Nacht hindurch aus Stellungen außerhalb der Stadt. Wir hören den Lärm und sehen die Folgen; oft sagt man uns, das ist Daesh, manchmal sagen sie uns, es könnten noch andere Gruppen von auswärts sein. Die Menschen schauen um sich herum und fragen sich: ‘Ist es schon vorbei oder nicht? Gibt es noch eine Chance auf ein neues Leben?‘“

„Syrien wird immer mehr zu einem verwundeten Land“,  meint der Franziskaner,  „ein zerstörtes Land, ein wirtschaftlich gelähmter Staat, der anfängt, sich ganz auf die ausländischen Märkte zu verlassen. Die Menschen versuchen, an eine Zukunft zu denken, aber sie können diese Zukunft nicht sehen, vor allem vom menschlichen Standpunkt aus.“

Aus diesem Grund bleibt die Vereinigung pro Terra Sancta (ATS) an der Seite der Franziskaner und unterstützt sie auf diesem endlosen Kreuzweg. Es ist wichtig, dass wir weiterhin die Menschen von Aleppo sowie in ganz Syrien weiter unterstützen.

Wir dürfen sie nicht im Stich lassen!

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