Der Baumörtel an den Baustellen des Terra Sancta Museums

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Sie bilden nach und verwenden das, was schon vorhanden ist: eingelagerte Fliesen etwa, oder Tontöpfe und Hohlziegel. Das sind nur einige der Gegenstände, die die Restauratoren im Team der Restauratori Senza Frontiere Italia („Restauratoren ohne Grenzen“), einsetzen. Sie sind nach Jerusalem gekommen, um den Mörtel in den Steinmauern der archäologischen Abteilung des Terra Sancta Museums, die in Kürze eröffnen wird, in Stand zu setzen.

Dahinter steckt der Gedanke, dass der ursprüngliche Mörtel von Hand nachgebildet wird, um die uralten Räume des Konvents der Flagellation (Geißelung) zu festigen, in denen das Museum untergebracht wird.

„Um die Restaurierung nicht übermäßig zu strapazieren“, erläutert die Architektin Marta Cibin, „und nachdem wir eine Reihe von Proben von dem Mörtel abgenommen hatten, die anschließend in Rom analysiert wurden, haben wir verschiedene Experimente durchgeführt, um festzustellen, welche Bestandteile im Mörtel vorhanden sind, und in welchen Proportionen sie zueinander stehen. Nur wenn man selber mit den Händen arbeitet, kann man begreifen, wie die Menschen in der Antike gearbeitet haben.“ Das Geheimnis des Mörtels liegt tatsächlich in der Vorbereitung des Kalks!

„Die Menschen der Antike verbrannten den Kalkstein, zermalmten ihn und ließen ihn längere Zeit im Wasser ziehen. Wenn er zwischen den Steinen lag, trocknete er und wurde hart“, so Bruder Eugenio Alliata, Archäologe und Direktor des Museums. Dem Kalk setzte man andere inerte Substanzen zu, etwa Sand, Kohle oder Opus signinum, die hinzugefügt wurden, um den Kalk zu festigen. Die Menge und Größe dieser Bestandteile (ob fein oder grob) änderte die Farbe und die Dicke des Mörtels, so dass er in unterschiedlichen Umgebungen angepasst werden konnte. Untersucht man diese Bestandteile, so kann man auch das Alter der Räumlichkeiten feststellen. Bruder Alliata fügt hinzu: Opus signinum ist zum Beispiel ein Mörtel, der dem Stein eine rötliche Färbung verleiht. Er wurde von den Römern aber nicht von Herodes verwendet. Er diente oft als hydraulisches Material für die Zisternen. Somit können wir die Flächen am Eingang zum neuen Museum auf die römisch-byzantinische Epoche datieren“. Die Konsolidierungsphase wurde gründlich durchgeführt, indem man ausschließlich den hydraulischen Mörtel mit Harzen gespritzt hat.

„Unser Tun hat außerdem einen pädagogischen Zweck,“ erläutert Pietro Coronas (Präsident von Restauratoren ohne Grenzen – Noteinsätze für das kulturelle Erbe). Während sie in den vergangenen Monaten an der historischen Zisterne am Eingang arbeiteten, haben die Restauratoren den Handwerkern beigebracht, wie man Fugen abdichtet und die Mauersteine der uralten Strukturen reinigt. Das entspricht in der Tat einem der Projektziele der Vereinigung pro Terra Sancta (ATS) und des Terra Sancta Museums: die gleichzeitige Aufwertung der Vergangenheit, der heiligen Stätten und der örtlichen Bevölkerung, die hier lebt und arbeitet.