sabastiyaDie Arbeiter in dem Dorf Sebastua lassen die Arbeit nicht ruhen, der Ort ist geschäftiger denn je. Selbst jemand, der rein zufällig vorbeikommt, kann sich ohne Schwierigkeiten vorstellen, wie das historische Zentrum nach Abschluss der Arbeiten aussehen wird. Schon bald wird Sebastia sich eines schönen und einladenden Gästehauses und eines Tagungssaales rühmen können, der aus einer Halle der Kreuzfahrer entstanden ist.

In Kürze werden drei Zimmer des Gästehauses fertiggestellt, wobei stets darauf geachtet worden ist, nach Möglichkeit alte Techniken des Bauwesens zu verwenden. So ist entschieden worden, die Steine sichtbar zu lassen und in einem der Räume ein ornamentales Mosaik herzurichten. Ein großer Raum soll allen Besuchern des Gästehauses als Speisesaal dienen und ein Steinofen, der in dem Gebäude entdeckt wurde, wieder in Betrieb genommen werden.

Das Gästehaus in Sebastia, das bisher bereits bis zu fünfzehn Gästen Unterkünfte, verteilt über das historische Zentrum, bot, wird demnächst auch größere Gruppen willkommen heißen können. Auch der Tagungssaal wird eine Bewirtung von Konferenzen und Versammlungen internationaler Organisationen und anderer Großgruppen erlauben.

Einzelreisende, die am Sanften Tourismus interessiert sind, können in diesem Dorf den Besuch einer herausragenden Ausgrabungsstätte und Kulturerbes sehr gut mit der Möglichkeit verbinden, das örtliche Leben kennenzulernen.

In Sebastia gelangt ein wahrhaft beispielhaftes Vorhaben zur Ausführung. Beispielhaft nicht nur wegen der gewaltigen historischen und archäologischen Bedeutung des kulturellen Erbes dieses kleinen Ortes in den Palästinensergebieten, sondern ebenso – und das ist nicht weniger bemerkenswert – wegen der Beteiligung des lokalen Gemeinwesens.

Osama Hamdan, der als Architekt für ATS pro Terra Sancta arbeitet und dieses Projekt leitet, erklärt: „Jeder Raum des Gästehauses, der genutzt wird, bietet Arbeit für bis zu sieben Familien aus dem Dorf .“ Von der Zubereitung der Mahlzeiten über die Anfertigung handwerklicher Produkte bis zu Wartungsarbeiten: alles liegt in den Händen der Dorfbewohner. Auf diese Weise erlernen sie die Bewahrung des historischen und kulturellen Erbes, das ihnen anvertraut ist.

Mit Unterstützung der Fondazione Cariplo (einer in Mailand ansässigen Stiftung) und der Cooperazione Italiana allo Sviluppo (der staatlichenItalienischen Entwicklungszusammenarbeit) hat ATS pro Terra Sancta dieses Projekt seit mehreren Jahren betrieben. Hierbei kommt das Kernelement des Denkens von Pater Michele Piccirillo klar zum Ausdruck: das Erfordernis, das archäologische Erbe mit dem Gemeinwesen und der lokalen Wirtschaft zu verbinden.

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