Juni 2010

Gaza und die Menschen mit Behinderung

In den Palästinensischen Gebieten wird behinderten Kindern und Jugendlichen und deren Familien keinerlei Hilfe angeboten.

Behinderungen werden im Rahmen der traditionellen Mentalität als ein Unglück und ein Zeichen göttlicher Strafe betrachtet. Die Anwesenheit eines behinderten Kindes stellt für die betroffenen Familien ein Problem dar. Die weiblichen Angehörigen werden beispielsweise Schwierigkeiten haben, einen Mann zu finden und zu heiraten, was zur gesellschaftlichen Ausgrenzung führt. Aus diesem Grund werden behinderte Kinder meist eingesperrt und deren Familien von der restlichen Gesellschaft isoliert.

Das Problem der Behinderungen ist in den Palästinensischen Gebieten stark verbreitet und die Situation der Betroffenen wird durch den totalen Mangel an spezifischen Ausbildungsprogrammen und Aufnahmestrukturen erschwert.

Wenig wurde bisher zugunsten einer Verbesserung der Lage getan, und viel ist nötig, um angemessene Strukturen zu schaffen oder die existierenden Aufnahmezentren zu verbessern.

Das Projekt “Notfall Gaza und Bethlehem” sieht die Unterstützung von drei Aufnahmezentren für schwerbehinderte Kinder vor, die sowohl aus christlichen als aus muslimischen Familien stammen. Eines dieser Zentren befindet sich in Bethlehem, zwei davon in Gaza.

Aufnahmezentrum in Bethlehem:

  • „Hogar Nino dios“ der Schwestern des IVE (Instituto del Verbo Encarnado), das bis zu 50 Kinder aufnimmt, eine eigene interne Schule leitet und verschiede Räume für manuelle Tätigkeiten, Lernbedürfnisse und Physiotherapie besitzt.

Aufnahmezentren in Gaza:

  • Das von den Missionarinnen der Nächstenliebe betreute Aufnahmezentrum in Gaza kümmert sich um behinderte Kinder zwischen 0 und 11 Jahren, die aus finanziellen Gründen oder erschwerten Familienverhältnissen nicht in den eigenen Familien betreut werden können.
  • „Hogar de Cristo“ der Pater des IVE (Instituto del Verbo Encarnado) nimmt behinderte Jugendliche auf, die auf Grund ihres Alters und der damit verbundenen Schwierigkeiten nicht mehr im Aufnahmezentrum der Missionarinnen der Nächstenliebe gemeinsam mit den Kindern betreut werden können. Gegenwärtig betreut das „Hogar de Cristo“ drei Jugendliche, allerdings hat das Zentrum bereits zahlreiche weitere Anfragen erhalten und wird aus diesem Grund in den nächsten Monaten eine Umstrukturierung des Gebäudes vornehmen müssen, um weitere Fälle annehmen zu können.

Ziel des Projekts ist die Unterstützung der drei Zentren, um auch weiterhin die Aufnahme behinderter Kinder und Jugendlicher aus dem Westjordanland und Gaza sowohl christlicher als muslimischer Abstammung zu ermöglichen.

Folgende spezifische Eingriffe und Umstrukturierungen müssen in den nächsten Monaten durchgeführt werden, um die strukturellen und finanzielle Bedürfnisse der drei Aufnahmezentren zu erfüllen:

  • Umstrukturierung und Anpassung der existierenden sanitären Anlagen an die Bedürfnisse behinderter Menschen in den Zentren;
  • Entfernung baulicher Hindernisse in den Strukturen, um behinderten Menschen und deren Betreuern einen barrierefreien Zugang zu verschaffen;
  • Erweiterung der existierenden Räume und Struktur zur Aufnahme weiterer Kinder und Jugendlichen;
  • Ankauf von Möbeln und Betten zur Aufnahme neuer Kinder/Jugendlichen;
  • Ankauf von Medikamente und medizinischer Geräte und Ausrüstungen für die Behandlung von Schwerbehinderten;
  • Geldbestand für Notfälle und Notaufnahmen.

***

Eine Spende für das Heilige Land können Sie online oder per Banküberweisung den Projekten der Franziskaner im Heiligen Land zukommen lassen. Genauere Infos finden Sie unter:

https://www.proterrasancta.org/de/helfen/ihre-spende/

Zum Thema

Nazareth: die kleinen und großen Arbeiten zum barrierefreien Umbau der Verkündigungsbasilika (Dezember 2015)

Unterstützen Sie die Christen in Gaza: Arbeit für junge Menschen und Stromgeneratoren für Familien (Januar 2015)

Notfall Gaza (Oktober 2014)

Die Macht des Herzens, Erforscher der Wahrheit. Die Kustodie des Heiligen Landes trifft in Rimini zusammen (September 2014)

“Was ich in Gaza gesehen habe“. Der Notstand hält an, es fehlt an allem. (August 2014)

Gaza, Syrien… die nicht enden wollende Tragödie im Mittleren Osten, und was Du tun kannst (Juli 2014)

Bombardierungen gerade einen Schritt von der katholischer Gemeinde Gaza-Stadt entfernt (Juli 2014)

Um die Hoffnung nicht zu verlieren: ein Aufruf, die Bewohner in Gaza zu unterstützen (Juli 2014)

Gaza und Syrien: die nicht enden wollenden Tragödien im Mittleren Osten und Stimmen derer, die vor Ort sind (Juli 2014)

„Ein Fenster zu Gaza“: ein Trainingssprojekt für junge Journalisten in Gaza (Dezember 2013)

Finden Sie heraus, was Du tun kannst für das Heilige Land (Juli 2013)

Sich um die Bedürftigsten kümmern – einladend sein und Training. Ein neues Projekt für Kinder mit Problemen im Gaza-Streifen wird realisiert. (Juni 2013)

Hilfe für die Kirchgemeinde Jericho durch Geste eines Ehepaares (Juni 2013)

Weihnachten in Gaza: Gebete für ein normales Leben (Dezember 2012)

Gaza (November 2012)

Pater Pierbattista Pizzaballa, Kustos im Heiligen Land und Präsident von ATS pro Terra Sancta über die Situation in Gaza (November 2012)

Notstand im Gazastreifen: Ihre Hilfe für die Unterstützung der christlichen Gemeinschaft (November 2012)

ATS pro Terra Sancta feiert ihren zehnten Geburtstag! Ein exklusives Interview, das die Geschichte ihrer Geburt und Entwicklung nacherzählt (Mai 2012)

Gaza: auch weiterhin unterstützt ATS pro Terra Sancta die Jüngsten (April 2012)

ATS pro Terra Sancta wird die Christen von Gaza nicht vergessen (Februar 2012)