Juli 2014

Gaza und Syrien: die nicht enden wollenden Tragödien im Mittleren Osten und Stimmen derer, die vor Ort sind

Der Mittlere Osten kennt keine Atempause. Humanitäre Notstände an allen Fronten, die Zahl der Toten und Verletzten steigt jeden Tag, und es ist mühsam, einen Hoffnungsschimmer in dieser Spirale der Gewalt zu sehen.

Der Himmel über Gaza ist wieder einmal erleuchtet von den Bomben. Gestern ist ein Sprengkörper nur wenige Kilometer vom Sommercamp, das die Schwestern von Santo Rosario organisiert haben, explodiert. 157 Kinder nehmen daran teil. P. Mario vom Patriarchat Jerusalem erzählt: „Wir haben gerade mit den Schwestern in Gaza telefoniert, als wir die Explosion miterleben mussten, wir haben die Schreie der Kinder gehört, die sich dort im Sommercamp in Obhut befanden“. Der Priester hat die Schüler sofort nach Hause zu ihren Familien geschickt, begleitet von den Betreuern, die einen Moment der Pause der Explosion genutzt haben, um die Gebäuden der Gemeinde zu verlassen und auf die Straßen der Stadt zu laufen. „Die Kinder“, fügt P. Cornilio hinzu, „sind traumatisiert, wie die ganze Bevölkerung in Gaza.“

Auch nahe Syrien ist die Situation weiterhin angespannt: „Syrien ist verwüstet, es gibt nichts mehr, das Volk ist am Ende seiner Kräfte“, sagt uns Bruder Simon, der für die Region San Paolo der Kustodie des Heiligen Landes verantwortlich ist. Der letzte Bericht von Syrian Network für Menschenrechte dokumentiert ­
1.100.000 Verletzte im März 2011, das Datums des Beginns des Konfliktes. 45 % davon sind Kinder. 120.000 Personen sind gezwungen, mit einer dauernden Behinderung zu leben und mit Komplikationen, bedingt durch Amputation der Gliedmaßen. Die Anzahl der Toten ist auf 133.586 angestiegen, davon sind 15.149 Kinder.

Vor einiger Zeit hat eine Granate den Kopf eines fünfjährigen Kindes getroffen, das zu unserem Katechismus kam“, erzählt P. Simon weiter „der Kleine ist gestorben, während kurz danach einer unserer jungen Brüder wundersamerweise am Leben blieb, als eine weitere Granate einschlug, nur einen Meter entfernt. Das Volk lebt mit dem Terror, in ständiger Gefahr, jede Sekunde. Auch ich, der ich mich bewegen muss, um helfen zu können und unsere Pfarreimitglieder zu sehen, spüre ständig die Gefahr. Aber ich weiß, dass ich niemals aufhören darf, zu hoffen. Wir Brüder wollen standhalten und nicht aufhören, denen zu helfen, die in diesem gemarterten Landstück geblieben sind.“

Wir stehen den Opfern dieses Konfliktes bei, so gut wir es können.

Für nähere Informationen:

Notfall Gaza

Notfall Syrien

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