August 2012

Menschliche Erfahrungen über Forschung und Entdeckung: Der Bericht von Davide, einem Freiwilligen in Jerusalem

Angekommen in ihrem vierten Monat im Heiligen Land, erzählen die Zivildienst leistenden italienischen Jungs, die dank einer Vereinbarung zwischen ATS pro Terra Sancta und der Universität von Bari ein Jahr lang ihren freiwilligen Dienst absolvieren können, uns ihre Geschichten über die von ihnen durchgeführten Tätigkeiten und über ihre Eindrücke vom Leben in Jerusalem.

Die folgende Geschichte ist die von Davide, der sich an Forschungs- und Katalogisierungsarbeiten des archäologischen Erbes der Kustodie des Heiligen Landes im Museum des Studium Biblicum Franciscanum beteiligt.

„Der Beginn eines jeden neuen Abenteuers ist immer der schwierigste Teil daran, und gleichzeitig ist es das, was am meisten an meinem emotionalen Befinden zerrt; und Sie verstehen sicherlich, dass ich in den vergangenen drei Monaten eine Menge verschiedenster Gefühle in Jerusalem erlebte. Ich habe bereits den letzten Sommer hier in dieser Stadt verbracht, und mein größter Wunsch bei meiner Ankunft war es, neue Menschen kennen zu lernen, hier zu leben und Orte wie Situationen, die ich vorher schon genossen habe, wieder zu beleben. Nach neunzig Tagen kann ich behaupten, dass es genauso geschehen ist, und hoffentlich geht es auch so weiter.

Die ersten Worte, die mir jedes Mal in den Sinn kommen, wenn ich an diese vier Monate denke, sind „Freundschaft“ und „Entdeckungen“. Eine Freundschaft, die ich voll und ganz erlebe, ist die mit meinen drei Abenteuerfreunden: Nando, Giuseppe und Alessandro.

Zusammen mit ihnen und mit den anderen in Maria Bambina lebenden Jungs nahmen wir an zahlreichen besonderen Momenten teil, zu denen auch die Vorbereitung des christlichen Osterfestes zählte: das Teilen, Warten und Beten mündete stets in der Vorfreude auf das gemeinsame Mittagessen auf dem Dach.

Das zweite wichtige Thema, mit dem ich Freundschaft verbinde und das mich die letzten Monate begleitete, ist die Entdeckung. Eine Entdeckung war für mich vor allem das Treffen und Kennenlernen neuer Leute, was für mich vor allem das Studium Biblicum Franciscanum ermöglichte, in dem ich meinen Zivildienst absolviere.

Seit dem ersten Tag nach unserer Ankunft zeigten sich die Sekretäre und Professoren kontaktfreudig und hilfsbereit gegenüber mir und Giuseppe. Allein durch ihre Hilfe gelang es uns, uns an der Fakultät als Prüfungskandidaten einzuschreiben, was uns erlaubte, die biblischen Archäologievorlesungen zu besuchen und an archäologischen Exkursionen sowie einem Studententrip zum Jordan teilzunehmen. Wir machten Bekanntschaft und knüpften Kontakte mit anderen Studenten; und wir luden sie zu unseren gemeinsamen Mittagessen am Studium ein, erlebten mit ihnen andere gesellige Momente wie Abendessen und Grillfeste.

Menschen aus vielen verschiedenen Ländern zu treffen hat mir die Gelegenheit gegeben, deren Kulturen zu erfahren und zu verstehen, wie diese in Mexiko, Indien, China, Südamerika und vielen anderen Ländern ausgelebt werden.

Meine am meisten befriedigenden „Erkenntnisse“ habe ich jedoch innerhalb meines Studiums und der Katalogisierungsarbeit der Sammlungen im archäologischen Museum des Studium Biblicum Franciscanum gemacht. Die Stoffe, mit denen ich arbeitete, waren zahlreich und heterogen, angefangen bei Lampen bis hin zu bronzenen liturgischen Objekten aus dem byzantinischen Zeitalter; erst neulich habe ich mit einer Studie von palästinensischer Keramik begonnen, die auf die kanaanäische Epoche zurückzuführen ist.

Das ergiebige und anregende Treffen des Museumsleiters, Vater Eugenio Alliata ofm, bereichert mich jeden Tag menschlich wie wissenschaftlich. Es ist eine Art, meine Kenntnisse über das archäologische Material anzuwenden und die große Bedeutung der Archäologie in diesem Land und die Kunst, diese in ein Werkzeug des Wissens, Respekts und Dialogs umzuwandeln, zu verstehen.

Diesbezüglich ist mir in dieser Zeit auch die Idee gekommen, ein monatliches Tagesblatt über die Aktivitäten des Museums zu entwickeln, und zwar ein informatives und bekanntes, und zwar weil ich persönlich finde, dass die Aktivitäten und Entdeckungen nicht nur sterile Errungenschaften bleiben, sondern im lebhaften Interesse der Öffentlichkeit erkannt werden sollten.

Was erhoffe ich mir von den kommenden Monaten? Ich hoffe, dass ich diese Entdeckungen und Beziehungen aufrechterhalten und noch vermehren kann, insbesondere freue ich mich auf das Treffen von Touristen und Pilgern, die das Museum besichtigen und Nachrichten wie Infos mit wachsender Neugierde anfragen. Ihnen zu helfen und ihnen dadurch ein Lächeln abgewinnen zu können ist eine großartige Belohnung, die mir zeigt, dass der Dienst, den ich hier leiste, tatsächlich sinnvoll ist.“

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