Februar 2012

Mosaiken, Kulturerbe und Beteiligung Jugendlicher in Sabastiya

Sich auf seine Schrifttafel konzentrierend, legt Mohammd geduldig ein kleines Mosaikstück neben ein weiteres, und versucht dabei, ein angemessenes Gleichgewicht aus Text und Farben zu erzielen.

Er ist gerade einmal etwas über 20 Jahre alt, lebt in Sabastiya und arbeitet schon seit einigen Monaten als Mosaizist im städtischen Informationszentrum, das auch als Werkstatt genutzt wird, und welches im Rahmen des Projekts „Sabastiya, Früchte der Geschichte“ mithilfe von ATS pro Terra Sancta und der Cariplo-Stiftung entstanden ist.

An diesem Ort werden Mosaiken hergestellt, sowohl für Aufträge als auch für den städtischen Kunsthandwerkladen, wo durchreisende Touristen und Pilger die von einheimischen Frauen selbstgemachte Marmelade, Seife und mosaikverzierte Objekte erwerben können.

Als wir die Werkstatt besuchten, fanden wir eine Reihe von Nachbildungen eines Baumes auf einem Tischchen. Mohammd erklärte uns, dass diese Mosaiken auf Wunsch von Präsident Abu Mazen, der palästinensischen Autoritätsperson, gefertigt werden, die dieser seinen Gästen bei offiziellen Staatsbesuchen als kleine Präsente mitgeben möchte.

Sabastiya selbst, ähnlich wie viele palästinensische archäologische Stätten, kann sich aufgrund der Entdeckung von wahrhaft wundervollen Mosaiken brüsten. In diesem Fall geht der Ursprung eines der Mosaiken, die in der Nähe des Grabes des Heiligen Baptisten John während der Ausgrabungen gefunden worden sind, sogar zurück auf das vierte oder fünfte Jahrhundert. Jenes Mosaikstück wurde sofort wieder begraben, um dessen Erhaltung zu garantieren, doch jeder Besucher Sabastiyas kann eine originalgetreue Nachahmung dieses Mosaiks neben dem Eingang zum Informationszentrum begutachten.

***

[nggallery id=122]

Empfehlen facebook twitter google pinterest drucken Senden
Zum Thema

Aufnahmefähigkeit einüben: Italienischkurs in Sabastiya erfolgreich beendet (August 2014)

Sabastiya, Gastgewerbe und Tourismus (Mai 2014)

Die italienischen Konsuln von Jerusalem besuchen Sabastiya (März 2014)

Neues Leben für das Gästehaus von Sabastiya und für die Jugendlichen im Ort (Januar 2014)

Sabastiya: Ein neuer Reiseführer der von der Geschichte und der Schönheit des Dorfes in Samaria erzählt (April 2013)

Die Geschichte Sebastias als Kinderbuch (November 2012)

Sabastiya (November 2012)

Erster Klassenbesuch der Basilika von Gethsemane (Oktober 2012)

Sabastiya erwartet Euch…in Crespellano (Italien)! (September 2012)

Mit einer Geste der Solidarität gedenkt man einem nahen Angehörigen zugunsten des Projektes in Sabastiya (August 2012)

Sabastiya: Marmelade für jeden Geschmack in dem Lebensmitteladen des Dorfes (Juli 2012)

Ein Unternehmer besichtigt die Projekte in Terra Santa (Juli 2012)

Ein bedeutender Tag für Sabastiya: Ein Abkommen wird unterschrieben, mithilfe dessen lokale Behörden dabei unterstützt werden, Projekte zum Bewahren des kulturellen Erbes durchzuführen (Juni 2012)

Ein großer Besucheransturm in Vicenza, um Sabastiya kennenzulernen (Mai 2012)

Ein besonderer Besuch des Projektes in Sabastiya (Mai 2012)

Kursteilnehmer aus Sabastiya berichten von ihren Erfahrungen und Eindrücken (April 2012)

Sabastiya: Die Jugend des Dorfes besucht Italienischkurse (März 2012)

Sabastiya: das neue Gasthaus ist unter den ersten Platzierungen auf TripAvisator (Februar 2012)

Vergangenheit und Zukunft treffen sich in Sabastiya: Die archäologische Restauration geht mithilfe von jungen Dorfbewohnern voran (Februar 2012)

Die Arbeiten in Sebastia gehen weiter: Erweiterung des Gästehauses und Einrichtung eines Tagungssaales (Januar 2012)