Mai 2017

Zeugnisse aus Syrien: Schwester Iole, Missionarin der Hoffnung in Damaskus

„Das Herz von Syrien schlägt  noch in Damaskus … Es hat noch nie aufgehört zu schlagen, aber jetzt muss es umso kräftiger arbeiten, damit wir anfangen können, unser Land wieder aufzubauen, obwohl der Aufbau sehr lange dauern wird.“ So spricht  Schwester Iole aus Syrien, eine franziskanische Missionarin in Damaskus. Sie ist für ein paar Tage in Jerusalem zu Besuch, bevor sie nach ihrem geliebten Syrien zurückkehrt. Wir nehmen die Gelegenheit wahr, um sie zu fragen, was in dem Land los ist, dessen Leidensweg seit März im siebten Jahr sich befindet.

„In Damaskus hat die Armee immer Widerstand geleistet,“ fährt Schwester Iole fort, „es gab keine Zerstörung wie in Aleppo oder Homs … Aber der Krieg hat in Damaskus auch seine Spuren hinterlassen.  Es gibt viele Kinder und Jugendliche in den franziskanischen Einrichtungen, die sich über schwere Traumata beklagen.

Die Kinder sind diejenigen, die am meisten darunter leiden. “Jede Art von Hoffnung erstickt unter dieser ständigen Spannung; die Familien werden zerstört … Kurzum: Die Kinder wachsen nicht in Gelassenheit auf, sie haben Angst, sind verzweifelt.“  Sie erzählt uns die tragische Geschichte einer Familie aus der Gemeinde: „Wegen der ständigen Schwankungen in der Stromerzeugung wurde eine Dame von einem Stromschlag getötet. Ihr Ehemann hatte vor einigen Monaten seine Arbeit aufgegeben, deshalb war er nicht mehr berufstätig … Seine Frau hat ihm gefehlt, er hatte nichts, womit er seine Kinder ernähren konnte, der arme Mann hat sich das Leben genommen … Wo bleibt die Hoffnung für die Kinder?“ Sie haben keine Hoffnung außer der Hilfe der Franziskaner, die sie aufgenommen haben. „Zwei Tage vor meiner Abreise,“ fährt die Schwester fort „fand man eines der Kinder aus dieser Familie, das dabei war, seinen Kopf in eine Schlinge zu legen, um sich aufzuhängen … Ein Kind mit acht Jahren!“ Sobald ich davon erfahren habe, lief ich hin, um den Jungen zu umarmen. Denn als erstes muss man ihnen klar machen, dass sie niemals alleine sind.  Am Ende war er dankbar und lächelte. Das ist eben die Hoffnung.“

Aus diesem Grund braucht man mehr denn je unsere Hilfe und unsere Anwesenheit in Damaskus!“ Mit Nachdruck betont sie wieder: Denn es gibt noch Hoffnung!“

In letzter Zeit hat die Vereinigung pro Terra Sancta zusammen mit den Franziskanern ihre Bemühungen verstärkt, die Schulen und Ausbildungsstätten in Syrien zu unterstützen, um in Erziehung, Begleitung und psychologische Hilfe zu investieren; diese Hilfe soll jungen Menschen zugute kommen, die infolge dieses schrecklichen Krieges traumatisiert werden.

Um mit Schwester Iole zu sprechen: Es gibt immer noch viel Arbeit zu tun.

Helfen Sie uns auch!

Empfehlen facebook twitter google pinterest drucken Senden
Zum Thema

Glaube, Hoffnung und Liebe in Aleppo. Die letzte Station unserer Reise nach Syrien (November 2017)

Oase der Nächstenliebe in Damaskus. Die erste Station unserer Reise nach Syrien (November 2017)

HÄUSER FÜR ALEPPO (November 2017)

Aleppo: „Wir müssen alles wieder aufbauen, aber wir sind nicht allein“ (Oktober 2017)

Das Thema des Rimini-Treffens ist: 800 Jahre Anwesenheit der Franziskaner im Heiligen Land (August 2017)

Das Neueste aus Syrien: „Wir kehren nach Hause zurück; aber es ist noch nicht vorbei!“ (Juli 2017)

Sechs Jahre Krieg in Syrien und die unermüdlichen Bemühungen um Hilfe für die Bevölkerung seitens ATS pro Terra Sancta (März 2017)

Aleppo erwacht zu neuem Leben (Februar 2017)

Franziskanerkirche in Damaskus von Mörser getroffen. ATS pro Terra Sancta steht der Kustodie des Heiligen Landes zur Seite (November 2016)

Bücher – Brücken zum Frieden: Erfolgreicher Abschluss der Katalogisierung des Bestandes aus dem 17. Jahrhundert (Oktober 2016)

“Totaler Krieg in Aleppo!”: die letzten Neuigkeiten von den Brüdern in Syrien (September 2016)

Generalversammlung des Vereins pro Terra Sancta: Die Botschaft des neuen Präsidenten Pater Francesco Patton (August 2016)

Flüchtlingskrise in Griechenland: Pater Luke Gregory berichtet über die Ereignisse in Rhodos und Kos (August 2016)

,,Barmherzigkeit ist das oberste Gebot”: Das Zeugnis der Sommerzentren Aleppos (August 2016)

“Niemand kommt aus dem Nichts. Wir haben gemeinsame Wurzeln”: Die starke Botschaft der “Mosaic Art Conference” in Palästina. (Juni 2016)

Bericht von unserer Reise nach Syrien (Mai 2016)

Syrienhilfe der Franziskaner von Vierzehnheiligen in Zusammenarbeit mit www.naehen-fuer-syrien.de (April 2016)

Der Sieg von Aleppo: willkommen heißen, Barmherzigkeit üben, Einheit leben (April 2016)

Terra Sancta Museum – Via Dolorosa: was sagen die Besucher? (April 2016)

Syrien. Tausende fliehen aus Aleppo. Neuer Apell des Papstes. (Februar 2016)