Zivildienst in Jerusalem: Der Bericht von Nando zum Ende dieser Erfahrung

Diese Woche endet die Erfahrung des Zivildienstes für vier junge Italiener, die in diesem Jahr auf verschiedene Art und Weise für die Projekte von ATS pro Terra Sancta tätig waren, dank eines Übereinkommens mit der Universität Bari. Sie haben ihrer Kompetenzen und ihr Wissen erweitert, und vor allem sehr viel gelernt, und so kehren sie nach Hause zurück, reich an menschlicher und einzigartiger beruflicher Erfahrung.

Hier nun im Rahmen der Reihe „Die Geschichte des Heiligen Landes“ der Bericht von Nando Gizzi, der im Technischen Büro der Kustodie des Heiligen Landes angestellt war.

Das Dienen lernen als Lebensideal

„Es war ein Jahr großer Entdeckungen und eines großen Reifungsprozesses, vor allem, weil ich gelernt habe, das Arbeiten eine absolute Hingabe erfordert an das, was gerade geschieht, die Bereitschaft, Ja zu sagen und auch das Unvorhergesehene, das ein Tag bringt, mit einer positiven Einstellung zu empfangen. Es war oft so in diesem Jahr, das ich mit einer bestimmten Vorstellung davon aufgewacht bin, was ich glaubte, an dem Tag erledigen zu müssen, und dann, im Büro angekommen, wurde alles komplett umgeworfen in Anbetracht neuer zwingender Notwendigkeiten oder Notfälle, die in der Zwischenzeit entstanden waren. Fast jeden Morgen war ich dabei, Abläufe und neu begonnene Projekte zu überdenken, um den neuen Prioritäten gerecht zu werden. Das war nicht immer einfach, oft war es ein Kampf zwischen dem Nachgeben an die neue Situation, die mich in dem Moment einholt, und einer  artnäckigkeit, einem Festhalten an meinen Maßstäben und dem, was ich im Kopf hatte, es fehlte nicht an Momenten, in denn dieser tägliche Kampf mich bedrückt hat, herausgefordert und frustriert hat. Aber im Laufe der Zeit ist mit bewusst geworden, dass ich geformt werde in dieser Bereitwilligkeit, erzogen dazu, mich zu öffnen, und das das Dienen, also dieses sich zu 100% in die Dienste von etwas Anderem zu begeben, und zwar dessen, was direkt vor Dir liegt, dessen was gerade geschieht, dies gemäß meinen Fähigkeiten, meinen Interessen, meiner Menschlichkeit, dass dieses Dienen wirklich ein Lebensideal ist. Zudem, das Glück, hier zu arbeiten, in Jerusalem, einem Ort, wo jeder Stein mich an erinnert und Zeuge dieses Ideals ist, das real geworden ist, Fleisch geworden ist, als, vor 2000 Jahren, Gott entschieden hat, Mensch zu werden und Ihn als ersten auserwählt hat zu meinem Dienst.“