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Zurück nach Jerusalem

07 Mai 2026
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Zurück nach Jerusalem
Zurück nach Jerusalem

Dreiunddreißig dichte Seiten, geschrieben aus Jerusalem inmitten einer Krise, die kein Ende zu nehmen scheint, mit der Klarheit eines Menschen, der sich keine Illusionen macht, aber nicht aufgibt. Ein Brief, der weder ein Kommuniqué noch eine politische Analyse ist: Er ist etwas viel Selteneres.

Es ist ein Mann, der versucht, seiner Gemeinschaft — und vielleicht uns allen — zu sagen, wo er steht, was er sieht und warum es sich immer noch lohnt, zu bleiben. Der Autor ist der Patriarch von Jerusalem, Pierbattista Pizzaballa.

Der Ausgangspunkt ist ehrlich bis zur Schmerzgrenze. Pizzaballa beschreibt einen Nahen Osten, der von der Auflösung der Bindungen, von Angst und vom Misstrauen gegenüber Worten geprägt ist. „Zusammenleben“, „Dialog“, „Gerechtigkeit“: Begriffe, die abgenutzt und leer erscheinen und einer Welt anzugehören scheinen, die nicht mehr existiert. Die christlichen Gemeinschaften leben inmitten dieser Müdigkeit, nicht außerhalb davon. Der Krieg ist kein Hintergrund: Er ist der Boden, auf dem man jeden Tag geht.

Und doch — und hier wird der Brief zu etwas Schönem — bleibt der Patriarch nicht bei der Diagnose stehen. Er fragt sich: Wie bewohnt man diese Unordnung als Christ? Nicht, wie man ihr entkommt. Sondern wie man darin besteht, ohne sich von ihr verschlingen zu lassen.

Die Antwort, die er entwirft, ist biblisch, solide und in gewisser Weise überraschend. Sie geht aus vom Bild des Neuen Jerusalems der Apokalypse: Eine Stadt, die sich nicht aus eigener Kraft erhebt, sondern als Geschenk vom Himmel herabkommt. Eine Stadt ohne Tempel — weil Gott nicht an einem Ort konzentriert ist, sondern mitten unter seinem Volk wohnt. Eine Stadt mit stets offenen Toren, die sich durch das bereichert, was andere Nationen einbringen. Eine Stadt, deren Berufung nicht die Verteidigung, sondern die Heilung ist.

Es ist ein Bild, das nicht im billigen Sinne vertröstet. Es sagt nicht, dass alles gut wird. Es sagt etwas Anspruchsvolleres: dass das Gute überall entstehen kann, auch hier, auch jetzt. Und dass diese Möglichkeit eine Verantwortung hervorbringt.

Was an dem Brief am meisten beeindruckt, ist die klare Ablehnung jeglicher Rhetorik. Pizzaballa nutzt Heldentum nicht als Kategorie. Er verlangt keine unmöglichen Taten. Er bittet darum zu beten, die Schulen offen zu halten, den alten Menschen nahe zu sein, keine gewalttätigen Worte zu gebrauchen, die Fremden aufzunehmen. Scheinbar minimale Gesten. Aber es sind genau diese Gesten — multipliziert in tausenden Geschichten, die nicht in den Nachrichten vorkommen —, die verhindern, dass die Welt nur auf das reduziert wird, was die Fernsehnachrichten zeigen.

Es gibt einen wichtigen Satz auf diesen Seiten: „Die Christen im Heiligen Land sind kein störender Dritter. Sie sind Salz, Licht und Sauerteig innerhalb der Gesellschaften, denen sie angehören“. Kein neutraler Puffer. Kein separater Körper. Menschen, die die Geschichte, die Sprache und die Wunden ihres Volkes teilen — und versuchen, es von innen her mit einer anderen Vision zu durchsäuern.

Wir danken dem Patriarchen für diese Worte. Für die Mühe, die wir dahinter spüren. Für den Mut, nicht zu vereinfachen, wenn alles dazu drängen würde. Dafür, einen Brief geschrieben zu haben, der nicht für Spezialisten gedacht ist, sondern für Familien, Pfarreien, Schulen: für jeden, der sich auch fern von jenem Land fragt, wie man noch hoffen kann, ohne naiv zu sein.

Die Lehre, die wir mitnehmen, ist einfach. Hoffnung ist kein Optimismus. Es ist nicht der Glaube, dass es gut gehen wird. Es ist das Wissen, dass das Gute selbst in den schlimmsten Situationen entstehen kann, und dass dies — und nur dies — Verantwortung erzeugt. Für uns bedeutet das von hier aus, den Blick nicht abzuwenden. Es bedeutet, diejenigen zu unterstützen, die bleiben, die wiederaufbauen, die heilen, die lehren. Es bedeutet zu verstehen, dass Jerusalem niemandem exklusiv gehört, sondern uns alle angeht — weil es das Herz einer Geschichte ist, die auch die unsere ist.

Kehren wir mit Freude nach Jerusalem zurück. Nicht, weil es einfach ist. Sondern weil, wie Pizzaballa schreibt, die österliche Freude weiß, dass das Licht die Finsternis besiegt, dass das Leben den Tod bezwingt, dass die Liebe den Hass entwaffnet. Und das konnte bisher kein Krieg ganz widerlegen.

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